Arbeitswelt

Interviewt - ESSITY International

Steven Benner und Roger Schilling

Chefs und Azubis im Gespräch: "Papier verbindet auf wunderbare Weise Handwerk und Industrie."

 


Steven Benner und Roger Schilling © Essity International

Papier ist für mich...

Schilling: … ein ganz besonderer und faszinierender Stoff, den man täglich braucht und oft benutzt, ohne es überhaupt zu merken. Er kann vielseitig eingesetzt werden: zum Beispiel für Hygienepapiere, Druck-, Schreibund Verpackungspapiere oder auch in technischen Anwendungen. Gleichzeitig verbindet er auf wunderbare Weise Handwerk und Industrie. Papier ist eben nicht gleich Papier. Es kommt auf die richtige Zusammensetzung und Bearbeitung an – und dafür braucht es jede Menge handwerkliches und technisches Knowhow.

Benner: … etwas ganz Besonderes. Ich habe am Ende meines Arbeitstages etwas in den Händen, dass jeder in seinem Alltag braucht. Und mich fasziniert der gesamte Produktionsprozess vom Beginn bis zum Ende. Aktuell bin ich sogar live dabei, wie bei uns in Mannheim zum ersten Mal Zellstoff aus Stroh hergestellt und zu Hygienepapieren verarbeitet wird.

Roger Schilling, Operations Director Essity Werk Mannheim
Steven Benner, Papiertechnologe im 3. Lehrjahr

was treibt sie in ihrem Beruf an?

S: Mich begeistert die Vielfalt der Themen. Der größte Antrieb für mich ist allerdings, dass ich für und mit Menschen arbeite. Die Ausbildung von Jugendlichen und ihre weitere Entwicklung im Betrieb, sei es in ihrem Fachgebiet aber auch als Persönlichkeiten, ist immer wieder faszinierend. Außerdem sind die Produkte, die wir hier bei uns im Essity-Werk Mannheim herstellen, und machen das tägliche Leben einfacher. Das haben wir noch nie so deutlich zu spüren bekommen wie in der Pandemiezeit, als die Nachfrage nach Toilettenpapier und Haushaltstüchern sprunghaft angestiegen sind. Und darauf sind wir alle stolz.

B: Die Aufstiegschancen bei Essity sind sehr gut und schon junge Leute bekommen große Verantwortung und können sich beweisen. Zu wissen, dass ich hier eventuell einen Meister machen kann oder es die Möglichkeit gibt, zu studieren, treibt mich jeden Tag aufs Neue an.

wie sind sie an Ihre Aufgabe in der Papierindustrie gekommen?

S: Da war anfangs eher Zufall. Ich war schon während meiner Schulzeit sehr an Technik und Chemie interessiert. Deshalb wollte ich Verfahrenstechnik studieren und habe mich schließlich für den Schwerpunkt Papier- und Kunststoffverarbeitung entschieden. Nach meinem Berufsstart in der Papierindustrie – damals noch bei den Papierwerken Aschaffenburg, die später von Essity übernommen wurden – habe ich schnell die Aufgabenvielfalt kennen und schätzen gelernt. Mittlerweile bin ich seit 36 Jahren dabei und wollte es keinen Tag missen.
B: Da mein Opa schon seit mehr als 30 Jahren ein Teil von Essity ist und ich schon als Kind beim Familientag die Firma regelmäßig besucht habe, war mir schnell bewusst, was ich später mal machen möchte. Ich war von Anfang an fasziniert und habe mich beworben. Ursprünglich wollte ich hier Chemikant werden, was aber aufgrund meiner Grün-Blindheit nicht ging. Mit dem Papiertechnologen, der auch viele Laborversuche macht, habe ich dann den perfekten Beruf für mich gefunden.

wie sehen sie die Zukunft der Papierindustrie?

S: Papier hat eine Jahrhunderte alte Vergangenheit und eine große Zukunft. Zum einen wird es nachhaltig aus nachwachsenden regionalen Rohstoffen produziert und kann recycelt werden. In Mannheim setzen wir dafür neben Durchforstungshölzern überwiegend Reste aus Sägewerken ein. Dazu kommt ab Herbst Stroh, das wir als erster Hygienepapierhersteller in Europa industriell zu Zellstoff- und Hygienepapieren verarbeiten werden. Zum anderen entwickeln sich die Einsatzmöglichkeiten von Papier ständig weiter. Papier kann eben einfach mehr.
B: Ihre Zukunft ist sehr gut und sie ist insbesondere, was meinen Beruf und meinen Betrieb betrifft, sehr sicher. Hygienepapiere werden immer gebraucht. Das wird sich nicht .ndern. Und unsere Marken wie Zewa, Tempo oder Tork sind führend.

warum würden sie Jemandem empfehlen, in der Papierindustrie zu arbeiten?

S: Sie interessieren sich für Technik, sind bereit, Verantwortung zu übernehmen, und möchten etwas Besonderes lernen? Dann ist die Papierindustrie für Sie genau richtig!
B: Als Papiertechnologe habe ich einen sehr abwechslungsreichen Beruf, bei dem man, wie schon erwähnt, sehr früh Verantwortung übernehmen und Eigeninitiative zeigen darf. Dazu kommt, dass es ein sicherer Beruf ist, bei dem man gutes Geld verdient und der Spaß macht. Meine Firma bietet unterschiedliche Praktika an, bei denen jeder für sich selbst schauen kann, ob das für einen etwas ist oder nicht. Das habe ich auch gemacht – und bin geblieben. – gag