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KREMPEL WIRD 150 JAHRE ALT

Was 1871 mit Fasern, Altpapier und Papierhandel begann, ist heute ein Hidden Champion im Bereich der Elektroisolation und der Verbundwerkstoffe mit starken Wurzeln in der Papierindustrie.


© Krempel Group

1871, das Deutsche Reich war gegründet, es herrscht Frieden und die Wirtschaft nahm ungeahnten Aufschwung. Gründerzeit. Der noch junge Gärtnergeselle August Krempel übernimmt in Stuttgart den Lumpenhandel seines Stiefvaters. Mit Bedacht baut er das Geschäft aus und nimmt Pappen ins Sortiment auf. 1911 übergibt er das mittlerweile stattliche Unternehmen an drei seiner Söhne.

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Pappe als Kerngeschäft

Pappe war in Stuttgart ein einträgliches Geschäft. Anfang der 1880er Jahre war die Stadt Standort von 117 Buchbindereien. Hinzu kamen Pappe-Verarbeiter wie die bekannte Ordner-Firma Leitz. Gleichzeitig wuchs die Nachfrage nach Schachteln für vielerlei Anwendungen. Für die spätere Gengenbacher Pappenfabrik Köhler wurde die Firma Krempel Lagerhalter und übernahm 1888 den Alleinvertrieb für das bis heute existierende Unternehmen. Das Geschäft mit Pappen wuchs und wuchs. Krempel erweiterte bald die Lagerkapazitäten und nahm höherwertigere Cellulose- und Packstoffe, Feinpappen und Umschlagpappen ins Sortiment.

Der Schritt in die Herstellung

1911 wagt die Familie mit dem Kauf der Papierfabrik in Vaihingen/Enz den Schritt in die Herstellung. Zäh behauptet sich das Unternehmen während des Ersten Weltkriegs, übersteht Inflationszeit und Weltwirtschaftskrise. Als Alfred Krempel, ein Enkel des Firmengründers, 1948 aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrt, übernimmt die dritte Generation die Verantwortung im Familienunternehmen. Das Unternehmen ist mit seiner Produktion von Holzfaserplatten als kriegswichtig eingestuft. Zunehmender Materialmangel erschwert aber die Produktion. Im Zweiten Weltkrieg werden die Firmengebäude in Stuttgart zerstört. In Enzweihingen verhindert die Kriegswirtschaft Instandhaltungen und Investitionen. Das Unternehmen passt sich dem Markt an und beginnt 1962 mit der Herstellung Rollenpressspan. Diesen pappenähnlichen Werkstoff produziert das Unternehmen heute an den Standorten Thalheim, Zwönitz und Kuppenheim. Entsprechend sind hier Papiertechnologen beschäftigt, die das Unternehmen auch selbst ausbildet. Zum Sortiment der Unternehmensgruppe gehören aber auch mit Kunstharz imprägnierte Flächenisolierstoffe und Verbundwerkstoffe.

International aufgestellt

Krempel ist international. Bis 2000 gründet und kauft das schwäbische Traditionsunternehmen Vertriebsniederlassungen und Produktionsstätten in fünf Ländern. Heute ist das Unternehmen auf vier Kontinenten vertreten. 150 Jahre nach den ersten Altpapier-Fuhren August Krempels versteht sich die auf 1.100 Mitarbeitende gewachsene Unternehmensgruppe als technologischer Systempartner für Kunden in den Segmenten Energy, Mobility und Industry.